Frässtrategien

Frässtrategien: Gleichlauf vs. Gegenlauf

Die Bewegungsrichtung von Fräser und Werkstück zueinander entscheidet über die Oberflächengüte und die Sicherheit.

1. Gegenlauffräsen (Der Standard)

Die Schneide bewegt sich entgegen der Vorschubrichtung.

  • Spanbildung: Der Span beginnt bei Dicke "0" und wird dicker (Komma-Form).
  • Vorteil:
    • Der Fräser drückt das Werkstück gegen das Spindelspiel. Der Tisch rattert nicht.
    • Ideal für konventionelle Maschinen (mit Trapezgewindespindeln).
    • Unempfindlich bei harter Gusskruste (Schneide kommt von unten durchs weiche Material).
  • Nachteil:
    • Hoher Verschleiß (Schneide "rutscht/reibt" erst, bevor sie schneidet).
    • Schlechtere Oberfläche.
    • Hohe Kraft nötig, um das Werkstück festzuhalten (zieht Werkstück nach oben).

2. Gleichlauffräsen (Der Profi-Modus)

Die Schneide bewegt sich mit der Vorschubrichtung.

  • Spanbildung: Der Span ist am Anfang am dicksten und läuft gegen "0" aus.
  • Vorteil:
    • Sehr glatte Oberfläche (kein "Rubbeln").
    • Geringerer Verschleiß (Schneide hackt sofort ins Material).
  • Nachteil / GEFAHR:
    • Der Fräser versucht, über das Werkstück zu "klettern" und zieht den Tisch in sich hinein.
    • Verboten bei konventionellen Maschinen! (Das Spindelspiel sorgt dafür, dass der Tisch ruckartig in den Fräser gezogen wird Fräserbruch!).
WANN WAS?
  • Konventionelle Fräse (Handrad): Immer Gegenlauf! (Außer die Maschine hat eine spezielle Spiel-Ausgleichsmutter).
  • CNC-Fräse: Meist Gleichlauf (wegen Kugelgewindetrieb spielfrei).

Siehe auch