Funktion der Drehmaschine und Aufbau

Funktion der Drehmaschine und Aufbau

Die konventionelle Drehmaschine (meist Leit- und Zugspindeldrehmaschine) dient der Herstellung rotationssymmetrischer Bauteile.

Aufbau einer konventionellen Drehbank.png

1. Hauptbaugruppen

A. Spindelstock & Getriebe

  • Enthält die Hauptspindel (hohe Präzision), die das Spannfutter aufnimmt.
  • Das Getriebe ermöglicht die Einstellung der Drehzahl und Drehrichtung.

B. Das Bett

  • Das schwere Grundgestell (meist Grauguss für Dämpfung), auf dem der Support und der Reitstock gleiten.

C. Der Werkzeugschlitten (Support)

Er besteht aus drei beweglichen Achsen:

  1. Längsschlitten (Bettschlitten): Bewegt sich parallel zur Spindelachse (Z-Achse).
  2. Planschlitten (Querschlitten): Bewegt sich quer zur Achse (X-Achse). Dient zum Plandrehen und Zustellen der Spantiefe.
  3. Oberschlitten: Auf dem Planschlitten montiert. Kann geschwenkt werden (für kurze Kegel).

D. Reitstock

  • Dient zum Abstützen langer Teile (mit Zentrierspitze) oder zur Aufnahme von Bohrwerkzeugen in der Pinole.

2. Antrieb & Vorschub (Leit- vs. Zugspindel)

Warum heißt sie so? Weil sie zwei Wellen für den Vorschub hat:

  • Zugspindel: Eine glatte Welle mit Nut. Sie treibt den automatischen Vorschub für normales Längs- und Plandrehen an.
  • Leitspindel: Eine Gewindespindel (meist Trapezgewinde). Sie wird nur zum Gewindedrehen verwendet, da sie den Support zwangsgeführt im Takt der Umdrehung bewegt.

Funktionsweise Konventioneller Drehmaschine.png

3. Werkzeuge & Schneidstoffe

  • HSS (Schnellarbeitsstahl): Zäh, nachschleifbar, für geringere Schnittgeschwindigkeiten.
  • HM (Hartmetall): Wendeschneidplatten. Spröder, aber extrem harte und hitzebeständige Schneiden für hohe Drehzahlen.
  • Winkel an der Schneide: Freiwinkel (), Keilwinkel (), Spanwinkel ().

Siehe auch