Schneidengeometrie & Werkzeuge
Schneidengeometrie & Werkzeuge
Egal ob Bohrer, Fräser oder Drehmeißel: Alle funktionieren nach dem Prinzip des Schneidkeils. Die Winkel am Werkzeug entscheiden, ob es schneidet, reibt oder bricht.
1. Die Winkel am Schneidkeil
Die Summe ist immer
| Winkel | Symbol | Funktion | Fehlerbild |
|---|---|---|---|
| Freiwinkel | Freiraum zwischen Werkzeug und Werkstück. Verhindert Reibung. | Zu klein: Werkzeug drückt/reibt (hohe Hitze). Zu groß: Schneide bricht aus (zu schwach). |
|
| Keilwinkel | Stabilität der Schneide. | Hartes Material braucht großen Keilwinkel (stabil). Weiches Material erlaubt kleinen Keilwinkel (scharf). | |
| Spanwinkel | Sorgt für den Spanablauf. | Positiv: Schneidet leicht (weiche Mat.). Negativ: Schabt/Drückt (für harte Keramik/Schruppen). |
2. Schneidstoffe (Woraus besteht das Werkzeug?)
A. Schnellarbeitsstahl (HSS)
- Eigenschaft: Sehr zäh, bricht nicht leicht, aber hitzeempfindlich (max.
C). - Anwendung: Bohrer, Profilmeißel, konventionelles Drehen, weiche Materialien.
- Erkennungszeichen: Silberner Stahl.
B. Hartmetall (HM)
- Eigenschaft: Extrem hart (gesintertes Pulver), sehr hitzebeständig (bis
C), aber spröde (bricht bei Schlag). - Anwendung: Moderne Wendeplatten, hohe Schnittgeschwindigkeiten, CNC.
- Erkennungszeichen: Grau/Dunkelgrau, sehr schwer.
Wendeplatten (Inserts)
Heute lötet man HM kaum noch auf. Man nutzt Wendeschneidplatten.
Ist eine Ecke stumpf, dreht man die Platte einfach weiter.
Code-Beispiel: CNMG 120408 (Form, Freiwinkel, Größe, Dicke, Eckenradius).
3. Spanbrecher
Lange Späne ("Wirr-Späne") sind gefährlich (Verletzung, Kratzer am Teil).
Deshalb haben Wendeplatten eine Spanleitstufe (eine Kuhle oder Kante), die den Span zwingt, sich eng einzurollen und zu brechen ("Bröselspäne").
Siehe auch
- Schnittdaten & Berechnung (HM erlaubt viel höhere
) - Funtkion der Drehmaschine und Aufbau