Spannmittel
Spannmittel (Werkstückspannung)
Die sichere Fixierung des Werkstücks ist Voraussetzung für Genauigkeit und Sicherheit.
1. Spannmittel beim Drehen
A. Dreibackenfutter (Universalfutter)
- Prinzip: Alle 3 Backen bewegen sich gleichzeitig (zentrisch).
- Einsatz: Für runde oder sechseckige Teile.
- Vorteil: Schnelles Spannen, automatische Zentrierung.
- Nachteil: Rundlaufgenauigkeit "nur" ca. 0,05 mm. Kann dünne Rohre zerdrücken.
B. Vierbackenfutter
- Zentrisch: Für quadratische Teile.
- Einzeln verstellbar (Planscheibe): Jede Backe einzeln beweglich. Für unregelmäßige Teile oder exzentrisches Drehen (z. B. Kurbelwelle).
C. Spannzangen
- Einsatz: Für blankes Rundmaterial (sehr präzise).
- Vorteil: Rundlauf < 0,01 mm, schont die Oberfläche, sehr hohe Spannkraft rundum.
- Nachteil: Nur für genau passenden Durchmesser (z. B. 10 mm $\pm$0,1).
D. Zwischen Spitzen
- Werkstück hat Zentrierbohrungen und wird zwischen Spindelspitze und Reitstockspitze gespannt. Antrieb über "Drehherz".
- Vorteil: Höchste Rundlaufgenauigkeit; Teil kann aus- und wieder eingespannt werden und läuft sofort rund.
2. Spannmittel beim Fräsen
A. Maschinenschraubstock
- Der Standard. Kann festgeschraubt oder auf einem Drehteller montiert sein.
- Hydraulik-Schraubstock: Verstärkt die Handkraft für extremen Halt.
B. Spannpratzen
- Für große Platten oder unförmige Teile direkt auf dem Frästisch.
- Regel: Die Spannschraube muss möglichst nah am Werkstück sein (Hebelgesetz!), sonst biegt sich die Pratze durch.
C. Teilapparat
- Ermöglicht das Drehen des Werkstücks um genaue Winkel (z. B. Fräsen eines Zahnrads oder Sechskants).
Siehe auch
- Funktion der Drehmaschine und Aufbau
- Sicherheit an Dreh- und Fräsmaschinen (Futterschlüssel!)