Fertigungsverfahren Gewinde

Fertigungsverfahren Gewinde

Gewinde können spanend (Material wegnehmen) oder spanlos (Material verdrängen) hergestellt werden. Dies beeinflusst die Festigkeit massiv.

1. Gewindebohren (Spanend)

Der Standard in der Einzelfertigung.

  • Werkzeug: Gewindebohrer (Hand-Satz oder Maschinengewindebohrer).
  • Vorgang: Die Schneiden trennen Späne aus dem Material heraus.
  • Nachteil: Der Faserverlauf des Werkstoffs wird zerschnitten. Das Gewinde ist weniger belastbar.
  • Erkennungszeichen: Man sieht Schnittspuren im Gewinde.

2. Gewindeformen / Furchen (Spanlos)

Der Standard in der Serienfertigung (und bei hochfesten Gewinden).

  • Werkzeug: Gewindeformer (hat keine Schneiden, sondern ist vieleckig).
  • Vorgang: Das Werkzeug drückt das Material zur Seite. Das "Fleisch" fließt in die Gewindeflanken.
  • Vorteile:
    1. Höhere Festigkeit: Faserverlauf wird nicht unterbrochen, Material wird kaltverfestigt.
    2. Keine Späne (Prozesssicherheit).
    3. Bessere Oberfläche (glatt).
  • Wichtig: Das Kernloch muss größer gebohrt werden als beim Schneiden! (Faustformel: ).

3. Außengewinde (Bolzen)

  • Schneideisen: Spanend (für Handwerk). Faserverlauf getrennt.
  • Gewindewalzen: Spanlos (Industrie). Zwei Walzen drücken das Profil in den Bolzen. Schrauben im Handel (z. B. 8.8) sind fast immer gewalzt (viel stabiler!).

Farbringe am Werkzeug

Gewindebohrer haben oft einen farbigen Ring am Schaft, der das Material anzeigt:

  • Gelb: Aluminium
  • Blau: Rostfreier Stahl (VA)
  • Rot: Hochfester Stahl
  • Grün: Allgemeiner Stahl
  • Weiß: Guss

Siehe auch