Gewindereparatur
Gewindereparatur
Wenn ein Innengewinde beschädigt ("ausgerissen") ist, muss das Bauteil oft nicht weggeworfen werden. Man kann das Gewinde wiederherstellen – oft sogar fester als das Original.
1. Drahtgewindeeinsätze (System "Helicoil")
Das Standardverfahren für ausgerissene Gewinde in Leichtmetall (Alu).
- Prinzip: Eine Spirale aus rautenförmigem Edelstahldraht wird eingesetzt.
- Ablauf:
- Altes Gewinde aufbohren (Spezialbohrer).
- Aufnahmegewinde schneiden (Spezialgewindebohrer).
- Spirale (Helicoil) eindrehen.
- Mitnehmerzapfen abbrechen.
- Vorteil: Das neue Gewinde ist extrem verschleißfest und hat eine höhere Ausreißkraft als das ursprüngliche Alu-Gewinde (bessere Kraftverteilung).
- Nachteil: Man braucht spezielles Werkzeug.
2. Gewindebuchsen (System "Ensat" / "Time-Sert")
Massive Hülsen, die innen und außen ein Gewinde haben.
- Prinzip: Eine Buchse wird in ein größeres Loch gedreht.
- Selbstschneidend: Viele Buchsen (Ensat) haben Schneidschlitze und schneiden ihr Außengewinde selbst ins Material.
- Vorteil: Sehr robust, gasdicht, kein Spezialgewindebohrer nötig (nur Bohrer).
- Anwendung: Ölwannen, Zündkerzengewinde.
3. Nachschneiden
Wenn das Gewinde nur leicht beschädigt ("vermackt") ist.
- Werkzeug: Gewindebohrer (Satz-Fertigschneider oder Maschinengewindebohrer).
- Tipp: Viel Schneidöl verwenden und vorsichtig ansetzen, um den alten Gang zu treffen.