Schraubensicherung
Schraubensicherung
Eine Schraubensicherung soll verhindern, dass sich eine Verbindung durch Vibrationen oder Belastungswechsel selbstständig löst.
Man unterscheidet drei Wirkprinzipien.
Der "Federring-Mythos"
Federringe (DIN 127) sind wirkungslos!
Normen für Federringe, Zahnscheiben und Fächerscheiben wurden zurückgezogen. Bei hochfesten Schrauben (8.8 oder höher) werden sie einfach plattgedrückt und bieten keine Sicherheit gegen Losdrehen.
Verwende stattdessen: Klebstoff, Sperrkantscheiben oder Dehnschrauben.
1. Stoffschlüssige Sicherung (Chemie)
Die sicherste und modernste Methode.
- Beispiel: Gewindekleber (Markenname: Loctite).
- Funktion: Ein flüssiger Kunststoff härtet im Gewinde aus und klebt es fest.
- Typen:
- Mittelfest (Blau): Mit Werkzeug lösbar.
- Hochfest (Grün/Rot): Nur durch starkes Erhitzen (
C) lösbar.
2. Formschlüssige Sicherung (Mechanik)
Hier verhindert ein Bauteil mechanisch das Drehen. Sicherste Methode gegen Verlieren.
- Splint: Ein Draht wird durch ein Loch im Bolzen und eine Kronenmutter gesteckt.
- Sicherungsblech: Ein Blech wird um die Mutter herumgebogen.
- Drahtsicherung: Im Flugzeugbau werden Schraubenköpfe mit Draht verbunden.
3. Kraftschlüssige Sicherung (Reibung)
Erhöht die Reibung unter dem Kopf oder im Gewinde.
- Sperrkantscheiben (Nord-Lock): Keilförmige Scheiben, die sich bei Vibration "verkeilen". Sehr effektiv.
- Selbstsichernde Muttern (Stoppmutter): Haben einen Kunststoffring (Polyamid) im Gewinde, der klemmt. (Achtung: Nur 1x verwendbar!).
Siehe auch
- Dauerfestigkeit (Warum lösen sich Schrauben überhaupt?)
- Anzugsmomente (Vorspannkraft ist die beste Sicherung)
- Gewindearten Übersicht (Profile & Winkel)