Lehren (Grenzlehren)
Lehren (Grenzlehren)
Lehren stellen keinen Zahlenwert fest. Sie prüfen nur: "Ist das Maß innerhalb der Toleranz?".
- Vorteil: Geht sehr schnell (Serienfertigung).
- Nachteil: Man weiß nicht, wie gut das Maß ist (z. B. ob es an der oberen oder unteren Grenze liegt).
1. Der Taylorsche Grundsatz (WICHTIG!)
Dieser Satz bestimmt, wie Prüflehren konstruiert sind.
Die Gutseite (Go)
- Muss durch Eigengewicht in die Bohrung gleiten / über die Welle gehen.
- Prüft Form und Maß gleichzeitig.
- Ist meist langer als die Ausschussseite.
Die Ausschussseite (No-Go)
- Darf nicht passen (nur "anschnäbeln" erlaubt).
- Prüft nur das Maß.
- Ist kurz und hat eine rote Markierung.
2. Typische Lehren
A. Grenzlehrdorn (Für Bohrungen)
Ein Zylinder mit zwei Enden.
- Wenn Gutseite passt und Ausschussseite nicht
Teil OK. - Wenn Ausschussseite passt
Bohrung zu groß (Ausschuss). - Wenn Gutseite nicht passt
Bohrung zu klein (Nacharbeit möglich).
B. Grenzrachenlehre (Für Wellen)
Ein "Hufeisen" mit zwei Stufen (Gut / Ausschuss).
C. Haarlineal / Haarwinkel
Prüft Ebenheit gegen das Licht (Lichtspaltverfahren).
- Der Spalt zwischen Lineal und Werkstück darf kein Licht durchlassen.
- Das menschliche Auge sieht Lichtspalte schon ab 0,002 mm!
Siehe auch
- Passungen (Die Basis für Lehren)
- Form- und Lagetoleranzen