Nahtvorbereitung & Positionen

Nahtvorbereitung & Positionen

Nicht jede Naht kann einfach so geschweißt werden. Ab einer bestimmten Blechdicke muss man eine Fuge schleifen, damit man "durchschweißen" kann (Wurzel).

1. Fugenformen (Nahtvorbereitung)

Wie die Kanten der Bleche bearbeitet werden müssen (DIN EN ISO 9692).

Nahtart Skizze (Symbol) Anwendung Vorbereitung
I-Naht ` `
V-Naht \/ Bleche 4 bis 20 mm. Kanten schräg anschleifen (60° Öffnungswinkel). Unten einen "Steg" (1-2 mm) lassen.
X-Naht >< Sehr dicke Bleche (> 20 mm). Beidseitige V-Naht (spart Zusatzwerkstoff und verzieht sich weniger).
Kehlnaht T-Stoß oder Überlappstoß. Keine Vorbereitung nötig (einfach in die Ecke schweißen).
Der Öffnungswinkel (60°)

Bei der V-Naht ist der Winkel entscheidend.

  • Zu eng (< 50°): Du kommst mit der Elektrode/Draht nicht bis unten in die Wurzel Bindefehler!
  • Zu breit (> 70°): Du brauchst unnötig viel Zusatzwerkstoff und Hitze Verzug.

2. Schweißpositionen (DIN EN ISO 6947)

Wo befindet sich die Naht? Das bestimmt die Schwierigkeit.

Kürzel Name Beschreibung Schwierigkeit
PA Wannenlage Flach auf dem Tisch. Schmelze fließt von allein in die Fuge. ⭐ (Einfach)
PB Horizontal (Kehlnaht) In die Ecke liegend. Standard für Kehlnähte. ⭐⭐
PC Querposition An der Wand, aber waagerecht (Quer). Die Schmelze will nach unten laufen. ⭐⭐⭐
PF Steigposition Senkrecht nach oben. Schweißgut muss gegen Schwerkraft gestützt werden ("Tannenbaum"). ⭐⭐⭐⭐ (Prüfung!)
PG Fallposition Senkrecht nach unten. Nur für dünne Bleche (Bindefehlergefahr!). ⭐⭐
PE Überkopf Über dir. Tropfen wollen auf dich fallen. Schutzkleidung extrem wichtig! ⭐⭐⭐⭐⭐ (Profi)

Siehe auch