WIG-Schweißen (Wolfram-Inertgasschweißen)
WIG-Schweißen (Wolfram-Inertgasschweißen)
Das sauberste, aber schwierigste Verfahren. Der Lichtbogen brennt, ohne dass die Elektrode abschmilzt.
1. Die Wolframelektrode (Nadel)
Sie besteht aus hochhitzebeständigem Wolfram (Schmelzpunkt > 3400°C).
- Anschliff: Muss immer spitz und in Längsrichtung geschliffen sein (stabiler Lichtbogen).
Farbcodierung & Radioaktivität
Früher nutzte man rote Elektroden (WT20 mit Thorium). Diese sind radioaktiv (Staub beim Schleifen!).
- Heute: Nutze Gold (WL15) oder Grau (WC20). Diese sind strahlungsfrei und universell.
2. Stromart: AC oder DC?
Das ist die wichtigste Einstellung am Gerät:
- DC (Gleichstrom)
Minuspol an Elektrode:- Für Stahl, Edelstahl, Kupfer.
- Die Elektronen fließen zum Werkstück
tiefer Einbrand, Elektrode bleibt kühl.
- AC (Wechselstrom)
Polung wechselt ständig:- Zwingend für Aluminium.
- Grund: Alu hat eine extrem harte Oxidschicht (Schmelzpunkt 2000°C). Nur der Pluspol kann diese Schicht "aufreißen" (Reinigungseffekt). Da der Pluspol aber die Nadel schmelzen würde, wechselt man permanent hin und her.
3. Verfahren
- Zünden: Meist per Hochfrequenz (HF) – kein Berühren nötig!
- Schweißen: Brenner in einer Hand, Schweißstab in der anderen. Der Stab wird tropfenweise in das Schmelzbad "getupft".
4. Vor- und Nachteile
- ✅ Beste Nahtoptik (Schuppung).
- ✅ Keine Spritzer.
- ✅ Sehr gut kontrollierbar (Wurzelschweißung).
- ❌ Sehr langsam.
- ❌ Erfordert viel Übung (Beidhändig).
Aufbau
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