Stahlbezeichnung
Stahlbezeichnung (DIN EN 10027)
Es gibt zwei Systeme, Stahl zu benennen.
1. Bezeichnung nach Verwendung (Hauptgruppe 1)
Hier steht der Einsatzzweck und die Festigkeit im Fokus. Meist Baustähle.
Beispiel: S 355 J2
- S: Structural (Stahlbau / Grundstahl). (Andere: E = Maschinenbau, P = Druckbehälter).
- 355: Mindest-Streckgrenze in N/mm². (Hält 355 N/mm² aus, bevor er sich verbiegt).
- J2: Kerbschlagarbeit (Zähigkeit) bei -20°C. (JR = 20°C, J0 = 0°C).
2. Bezeichnung nach Chemie (Hauptgruppe 2)
Hier steht die Legierung im Fokus. Wichtig für Werkzeugstahl und Vergütungsstahl.
A. Unlegiert (C-Stähle)
Beispiel: C 45
- C: Kohlenstoff.
- 45: C-Gehalt in Hundertstel Prozent
0,45 % Kohlenstoff. - Anwendung: Vergütungsstahl (Wellen, Achsen).
B. Niedriglegiert (Faktoren-Regel!)
Beispiel: 42 Cr Mo 4
- 42: 0,42 % Kohlenstoff.
- Cr Mo: Chrom und Molybdän sind drin.
- 4: Der Anteil des ersten Elements (Chrom).
- ACHTUNG: Bei niedriglegierten Stählen sind die Zahlen verschlüsselt! Man muss durch einen Faktor teilen.
- Faktor 4: Chrom (Cr), Kobalt (Co), Mangan (Mn), Nickel (Ni), Silizium (Si), Wolfram (W).
- Faktor 10: Aluminium (Al), Kupfer (Cu), Molybdän (Mo), Vanadium (V).
- Rechnung:
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C. Hochlegiert (Das "X")
Beispiel: X 5 Cr Ni 18-10 (Klassischer V2A Edelstahl)
- X: Kennbuchstabe für hochlegiert (keine Faktoren mehr!).
- 5: 0,05 % Kohlenstoff.
- Cr Ni: Chrom, Nickel.
- 18: 18 % Chrom (Direktwert).
- 10: 10 % Nickel (Direktwert).
Siehe auch
- Wärmebehandlung (C45 kann man härten, S235 nicht)
- Eisen-Kohlenstoff-Diagramm